
Grundlage
Vom 1. Juli 1999 bis Ende 2001 entwarf ich jeden Tag eine kleine graphische oder malerische Arbeit auf Papier, Format A6 (13 x 17 cm), die auf schwarzen Karton, Format A4, aufgezogen wurde. Es wurden Bleistift, Kohle, Farbstift, Kugelschreiber, Filzstift, Tusche, Pastell und Mischtechnik verwendet. Täglich wurde ein neues, für mich aktuelles Motiv gewählt und graphisch oder malerisch umgesetzt, wobei abstrakte, surreale oder naive Bilder oder Karikaturen entstanden. Auf den Bildern sind kleine runde Kreise sichtbar. Die jeweilige Anzahl Kreise symbolisiert den Monat, in dem die Arbeit entstanden ist. Die Kreise vermitteln der ganzen Arbeit eine zusätzliche Dynamik und ein graphisches, bildnerisches Element. Bis Ende 2001 wurden mit der beschriebenen graphischen und malerischen Bildmethode 900 Motive visualisiert.
Wirkung
Wird die graphische und malerische Bildmethode täglich angewendet, verändern sich nach einigen Wochen der Denkprozess und das Bewusstsein. Was ist passiert? Aus der Transaktionsanalyse ist bekannt, dass dem sogenannten „Kindheits-Ich" das Phantasie- und Emotionspotential eines Menschen zugeschrieben werden und dem „Erwachsenen-Ich" die Kapazität des rationalen Denkens. Beide Ichs werden durch den graphischen und malerischen Prozess aktiviert und die Kreativität gefördert.
Die Hirnforschung hat seit längerer Zeit postuliert, dass die linke Hirnhälfte lineare, verbale, analytische und logische Funktionen (Erwachsenen-Ich) wahrnehme und die rechte, rationale, simultane, ganzheitliche, räumliche, nonverbale, sehr komplexe Operationen (Kindheits-Ich) ausführe. Beide Hirnhälften werden beim Auswählen des jeweiligen Motivs und dessen intellektueller Bearbeitung und Umsetzung in ein abstraktes, surreales oder naives Bild stimuliert und die Leistungsfähigkeit, auch die künstlerische des Gehirns, wird nachhaltig erhöht. Während des kreativen Zeichnens und Malens werden das selbst bestimmte Thema und sein Informationsumfeld kognitiv und reflexiv im Gehirn verinnerlicht und gespeichert. Es entstehen dispositionelle Assoziationen, die immer wieder abgerufen werden können. Der Intelligenzquotient (IQ) und der Emotionale Quotient (EQ) werden erhöht. Die Kommunikationsfähigkeit wird verbessert. Das objektive Denken wird erleichtert, indem der Denkprozess von den Emotionen getrennt wird.
Eine ähnliche Wirkung wie oben beschrieben, wird der musikalischen Früherziehung zugeschrieben. In Freiburg im Breisgau wurde der Einfluss der musikalischen Früherziehung in einer vier Jahre dauernden Studie auf die intellektuelle Leistungsfähigkeit der Kinder untersucht. Eine bessere Leistung der Probanden mit Musikerziehung war allerdings erst am Schluss des Versuches messbar.